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Meine Eindrücke vom ersten Tag der re:publica 12 #rp12 8. Mai 2012

Posted by HipHop_Runs in Ausflug, Social Media, Twitter.
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Das erste Mal bin ich auf einer Veranstaltung, die als „Konferenz“ in der Öffentlichkeit bezeichnet wird. In entsprechend gespannter Erwartung fiebere ich dem Ereignis entgegen. Ich bin ja jemand, der traditionell zu früh bei irgendwelchen Terminen auftaucht. Normal ist das recht peinlich, hier hatte es den Vorteil, dass es um 9 Uhr in der Schlange bei der Akreditierung noch einigermaßen erträglich war. 5 Minuten und ich war drin, schon mal ein großes Lob an die Organisation. Nun erst einmal zurechtfinden. Wo sind die Vortragsräume (Stages)? Wo sind die Toiletten? Wo gibt es Kaffee? Wo gibt es was zu essen?

Nach dem obligatorschen akademischen Viertel ging es dann auch um 10:15 los. Die Organisatoren um Markus Beckedahl (netzpolitik.org) und Johnny Haeusler (spreeblick.de) betraten die Bühne. Die üblichen „warmen“ Worte zur Begrüßung und doch war es nicht wie üblich bei Eröffnungsreden. Den Machern merkte man die Aufregung deutlich an. Die Republica 12 findet in einer anderen Location statt und hat mit ca. 4000 Teilnehmern ein Viertel mehr Besucher als bisher.

Toll war allerdings das Grußwort des Staatsekretärs des Berliner Wirtschaftssenators , der es innerhalb von wenigen Minuten schaffte das Publikum mit Buzzwords zu „bullshiten“ als auch zum wegschnarchen zu bekommen.

Der nachfolgende Wortbeitrag des Vorsitzenden des Medienpanels Berlin-Brandenburg war zumindest auf der sachlichen Ebene erwähnenswert, den er fasste die wichtigsten Punkte der Urheberrechtsdebatte zusammen. Neue Positionen waren an dieser Stelle weder gefragt, noch gefordert.

Der Auftakt zu meinen Sessions machte der Vortrag „Der wandelnde Computeruser“ von Ana Herwig und Susanne Zöhrer. Die beiden Vortragenden stellten die Entwicklung des Computerbenutzer und der Computerbenutzung seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts dar. Dies betrachteten sie sowohl aus körperlicher, als auch aus geistig, emotionaler Sicht. Da ich selbst schon zu den älteren Computerbenutzern gehöre kommt mir einiges davon bekannt vor. Ich ertappe mich allerdings häufig bei den Erzählungen nach dem Motto „Opa erzählt vom Krieg“. Dies war in diesem Vortrag keinesfalls so. Ana Herwig und Susanne Zöhrer brachten die Durchdringung des Alltag mit Computertechnik in einen größeren Zusammenhang. Ein, meiner Meinung nach, aufschlußreicher Vorrag um in das Konferenzthema hinein zu kommen.

Im Anschluss habe ich in einem völlig überfüllten Saal 5 dem Vortrag von Udo Vetter zu Internetrecht zugehört. Der launige Vortrag Vetters wurde durch zahlreiche Zischenfragen unterbrochen, was zeigt, wie kontrovers die Themen Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte im Internet sind. Vetter zeigte am Beispiel des Vorfalls der Hochspringerin Ariane Friedrich die do’s and don’ts des Internets auf.

Selfpublishing, also das veröffentlichen eigener eBooks ohne Verlag, war das Thema des nächsten Vortrags, den ich besuchte. Nun habe ich, zumindest zur Zeit nicht, keine Ambitionen schriftstellerisch tätig zu werden, aber wer weiß? Von den fachlichen Themen wie Buchpreisbindung, Handelsplatformen für eBooks und Markeing, um die sich bei Selfpublishing der Author selber kümmern muss, hatte ich keine Ahnung. Bemerkenswert an dieser Session fand ich allerdings den Beitrag von @miss_energy, die vor Kurzem in Eigenregie ihr Erstlingswerk als eBook veröffentlicht hat.

Am späten Nachmittag habe ich eine relativ trockene Diskussion über das Thema „Government as a Platform“ besucht. Selbst in der aktuellen Situation mit dem starken Interesse an den Auffassungen der Piratenpartei, bleib der Bereich Open Government und Open Data momentane ein Nieschenthema für Spezialisten. Da es sich aber um ein Thema handelt, dass früher oder später alle Mitglieder der Bevölkerung angeht, wird bis zur Durchdringung der Verwaltung noch einige Zeit vergehen. Mein Fazit hier: „Es gibt noch viel zu tun, nicht nur technisch, sondern vor allem organisatorisch.“

Der Abschluß des ersten Tages re:publica bildete für mich die Session „Von Leetspeek to Ragefaces“ von K. Jahns und J. Kretzschmar auf Stage 2. Ich mache zwar schon seit ca. 15 Jahren „mit Computern rum“, war aber trotzdem nie so in der Szene drin. Sicher habe ich so das Eine oder Andere mitbekommen, aber die Zusammenhänge fehlten mir. Die diversen Aspekte dieser Subkultur des Internet konnten die Präsentatoren überzeugend darstellen. Man ist zwar nicht automatisch dabei, wenn man den Vortrag gehört hat, hat aber eine gewissen Einblick und kurzweilig war es obendrein.

Bei einem gemültichen Bier und Bratwurst im Hof der STATION habe ich dann den Abend im Sonnenuntergang ausklingen lassen. Der Primetime Überraschungsvortrag von Sasha Lobo wäre zwar interessant gewesen, ich habe mich dabei aber auf die „Liveübertragung“ via Twitter verlassen.

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