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Mein zweiter Tag auf der re:publica 12 #rp12 14. Mai 2012

Posted by HipHop_Runs in Ausflug, Social Media, Twitter.
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Der zweite Tag auf der Republica startete für meine Verhältnisse spät. Das war auch so geplant. Zunächst waren die Sessions am Donnerstag Vormittag nicht nach meinem Geschmack, außerdem hatte ich nach meinem Trainingsplan einen Lauf über 18km zu absolvieren und das muß auch zeitlich eingeplant werden.

Ich war also um 10 Uhr in der STATION und habe die ersten beiden Slots sausen lassen. Ein wenig Twitter lesen, im Flipboard rumblättern und den vergangen Tag für das Blog aufarbeiten, das war das womit ich mir bis zum Beginn der ersten Session die Zeit vertrieben habe.

Ich startetet mit dem Vortag von Markus Beckedahl über die Tätigkeit des Vereins „Digitale Gesellschaft e.V.“. Der Verein wurde letztes Jahr im Rahmen der Republica gegründet und blickt auf ein Jahr spannender Arbeit zurück. Nicht zuletzt der Kampf gegen ACTA, sondern auch die Diskussion über Netzneutralität und eine Reform des Urheberrechts sieht der Verein als seine Aufgaben an. Dies sollen dabei keine Nerd-Themen bleiben, sondern in die breite Öffentlichkeit transportiert werden. Dabei war auch die technische Organisation über neue Kampagnenplattformen, sowie die Finanzierung ein Aspekt der Arbeit.

Ebenfalls auf Stage 2 fand eine Diskussion mit Mario Sixtus über zwei Beiträge von Übermorgen.TV statt. Die Beiträge wurden bereits im Rahmen der Sendung „Elektrischer Reporter“ auf ZDF-Infokanal gesendet. Es handelte sich einmal thematisch um den Gedanken, ob Bewertungssysteme, die soziale Reputation im Internet messen, einmal Geld als Bezahlsystem ersetzen kann.
Die zweite „Gedankenkonstruktion“ kreißte um die Vorstellung, dass Staaten sich auflösen könnten, wenn sich immer mehr Menschen an abgegrenzten Internet-Subkulturen sog. Net-Tribes beteiligen.
Abgesehen davon, dass für beide Themen die Zeit sehr knapp bemessen war, konnte ich in der Diskussion nichts besonders kontroverses Entdecken. Die Teilnehmer waren sich ziemlich einig, dass auf Grund der vermutlich noch sehr großen Anzahl von Offliner dies Szenarien sehr begrenzt auftreten werden.

In der Blog- und Podcast-Nachschau ist mir allerdings aufgefallen, dass gerade das Thema „Wie bringen die Net-People die Offliner dazu sich für Netzthemen zu interessieren“ eines der zentralen Diskussionsfelder der Re:publica war. Ich habe mir im Nachgang die Session von Sascha Lobo doch einmal auf Video angeschaut und muß gestehen, dass ich doch etwas verpasst habe.

Auf Stage 4 fanden anschließend die Sessions der beiden öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF statt. Wobei beide ein sehr unterschiedliches Konzept ihrer Präsentation wählten. Die ARD hat in einem wahre Feuerwerk ihre Anstrenungen und zukünftigen Projekte im Berecht Social TV vorgestellt. Das ZDF wollte mit dem #ZDFstuhlkreis mit den Anwesenden ins Gespräch kommen und Anregung erhalten, wie das bestehende Programm zu verbessern sein. Kontrovers ging es bei beiden Sessions erst zu, als über die Einschränkungen aus den Medienstaatsverträgen bzw. über Rechte in Mediatheken und Downloadangeboten diskutiert wurde. Teilweise wurden hier die Sender für Maßnahmen verantwortlich gemacht, die ihnen von der Politik so auferlegt wurden und die sie lieber heute als morgen ändern würden, wenn sie dürften.
Zusammengefasst hat mir der Auftritt des ZDF besser gefallen, weil er authentischer rüber kam. Die Bemühungen der ARD sollten, bei allem Experimentalcharakter, nicht unerwähnt bleiben. Ich wünsche mir, dass das eine oder andere Projekt Erfolg hat und dauerhaft im Programm bleibt. Hier möchte ich vor allem die Kompetenz der ARD in Sachen Nachrichtenberichterstattung (Tagesschau!) hervorheben, die durch Präsenz im Social Media durchaus an Kompetenz gewinnen kann.

Leider ist zum frühen Abend die Twitterlesung ausgefallen. Ich habe mir stattdessen die Session „Trolle und getrollt werden“ von Julia Seeliger und Julia Schramm angeschaut. Irgendwie hat mich das Ganze etwas ratlos zurückgelassen. Entweder habe ich rein gar nichts verstanden oder der Vortrag ist dermaßen nach hinten losgegangen.
Ich versuche mal eine Art von Deutung und bitte um reichlich Kommentare, sollte ich das wirklich falsch verstanden haben. Um das Wesen eines Trolls zu verdeutlichen hat Julia Seeliger versucht, mit einigen Zitaten aus feministischen Blogs das Publikum zu provozieren. Irgendwie war die Stimmung auf dieser Re:publica nicht kravallig genug, dass sich irgendjemand provozieren lies, so dass alle Anstrengungen ins Leere liefen.
Es war eigentlich eines der großen Themen des Re:publica 12 „Flausch“! Obwohl mit der offenen Urheberrechtsdebatte noch ein kontroverses Thema im Raum steht, wurde zunächst der Flausch untereinander vorangestellt. Selbst Sasch Lobo verwandelte seinen Startrant in einen Startflausch. In diesem „Klima“ ist es natürlich schwierig eine Kravallsession zum Erfolg zu bringen.

Der Abschluss des Tages war auch das absolute Highlight. Die vier Damen um Sue Reinke aka. @HappySchnitzel präsentierten im Poetry SPAM Extrakte aus SPAM-Mails mit Marketing-Geblubber , kruden Automatenübersetzungen und skurilen Episoden mit Spamversendern, gespickt mit eindeutig zweideutigen Anspielungen. Die Lacher lagen hier auf jeden Fall auf ihrer Seite.

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